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Das Schulleiter-Interview: Was verstehen denn Sie unter Fairness?

Interview mit unserem Schulleiter Herr Basata:

Was verstehen denn Sie unter Fairness?

In Auszügen. Ihr wollt mehr davon: Dann hört euch das ganze Interview als Audiofile an.

KIWI: Was verstehen sie unter Fairness?

Basata: Fairness ist für mich ein anderer Begriff für Gerechtigkeit. Und unter Gerechtigkeit verstehe ich, dass jeder nach seinem Vermögen behandelt wird.

KIWI: Also kein Gleichmachen?

Basata: Auf keinen Fall. Sondern, dass jeder -nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten – und wie er sich engagiert – beurteilt wird.

KIWI: Motivation ist also das Stichwort

Basata: Ja.

KIWI: Glauben sie, dass das GBG eine faire Schule ist?

Basata: Ich glaube, dass unser Gymnasium generell fair ist, da es jedem Möglichkeiten eröffnet, die er dann nutzen kann. Es ist also von seiner Grundtendenz fair – jeder Schüler – so habe ich das mitbekommen, erhält hier auch seine Chancen, dass Beste daraus zu machen. […].

fairness by kiwi

KIWI: Was kann ein Schulleiter tun, damit es fair/er an einer Schule zugeht?

Basata: Ich glaube, dass der Schulleiter sehr viel dazu beitragen kann, indem er erstens seine Schüler/innen ernst nimmt, zweitens die Kollegen/innen ernst nimmt und dass er sowohl von seinen Kollegen, als auch Schülern abverlangt, was für das Wohl aller Schulbeteiligten notwendig ist. […].

KIWI: Glauben sie, dass Sie ein fairer Schulleiter sind?

Basata:Diese Frage gebe ich gerne an unsere Mitschülerin der Oberstufe weiter.

Franziska: Ich finde, dass es was ausmacht, wenn ein fairer Schulleiter seine Kollegen anhält fair zu sein. Ihnen das Gefühl „Gemeinschaft“ zu vermitteln und fair gegenüber anderen zu sein, das ist eine Art Gefühl, welches man dafür entwickeln muss und das kann ein Schulleiter gut weitergeben, aber wenn es der Lehrkörper nicht aufnimmt, wird es nicht umgesetzt. Dies ist meistens das Problem. Ein Schulleiter kann viel dafür tun, dass die Stimmung einfach gut ist.

KIWI: Wir haben uns zwei Beispiele ausgesucht, wir bitten Sie dazu Stellung zu nehmen.

KIWI: Beispiel 1: Ein/e Schüler/in wird häufiger dran genommen als andere, obwohl sie sich gar nicht meldet. Schüler empfinden das häufig als  Bloßstellen.

Basata: Das ist ein Phänomen, welches ich selten anwende, ich wende es aber auch an, aber nicht um den Schülern bloßzustellen. Ich tue dies, um den Schüler aus seiner bequemen Haltung herauszubekommen. […].  Dass es bei manchen Schülern als Bloßstellen ankommt, ist schade. […].

KIWI: Es trifft allerdings manchmal nur einen Teil der Schüler und andere werden nicht drangenommen, obwohl sie sich auch nicht melden.

[…].

Basata: Da kommt es vor allem auf die Motivation des Lehrers an. Wenn es Bloßstellen ist, ist es absolut verwerflich.

KIWI: Wie war denn eigentlich Ihre Schulzeit? War für Sie Fairness ein Thema?

Wurden Sie fair behandelt?

KIWI: Ich hatte eine schöne Schulzeit. Ich kann mich an einen Lehrer erinnern, dem ich vorgeworfen habe, dass er seine Lieblingsschüler hat und ich leider nicht dazugehöre.

Ich weiß noch heute, wie das Gespräch gewesen ist, aber es war auch einer meiner Lieblingslehrer, daher habe ich mich auch getraut das zu sagen. […].

 KIWI: Sie wurden trotzdem fair behandelt?

Ja.

Franziska: Sie haben gerade erwähnt, dass Sie, wenn etwas gegen die Würde eines Schülers geht, dass sie das ankreiden würden. Ich habe da ein Beispiel aus meiner Schulkarriere: Der Crosslauf, welcher jedes Jahr am 11.11 stattfindet und wo man nach seinem sportlichen Vermögen beurteilt wird.

Allerdings werden nach dem Crosslauf  Listen ausgehängt, mit den Schülernamen und den Zeiten und da kann man daraus ablesen, wer letzter geworden ist. Und ich finde, dies geht gegen die Würde eines Schülers, der nichts dafür kann, dass er ein bisschen langsamer ist. Ich wurde einmal Vorletzte und wurde daraufhin geärgert von meinen Klassenkameraden. Ich finde es geht gegen die Würde eines Schülers, wenn ein Schüler da mitlaufen muss und Lehrer am Rand stehen und sagen: „Jetzt lauf doch mal schneller“. Es stehen auch Lehrer am Berg, die dann sagen: „Den Berg schaffst du auch noch.“ Vielleicht kann ein Schüler einfach nicht so schnell. Vielleicht hat der Schüler irgendwelche körperliche Gegebenheiten… Es ist Integration pur, dass man das akzeptiert und nicht Listen aushängt, die den Schüler dann demütigen.

Basata: Fändest du es O.K., wenn wir die ersten 10 aushängen??

KIWI: Ja, da wenn man läuft, merkt man ja nicht, wer der Erste oder der Letzte ist. Im Grunde ist das ja auch nicht wichtig. Weil – danach wird auch immer mit anderen Klasse verglichen: „Habt ihr lahme Schnecken in der Klasse!

Basata: Ich greife das gerne auf und gebe das der Sportfachschaft weiter.

KIWI: Eigentlich ist der Sinn und Zweck dieser Aktion, dass man gemeinsam Sport macht. Gemeinschaft.

[…].

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Foto: Fidel Obst

Das Interview führten Florian, Payam, Tim, Baran (Jg.8) und Franziska (Q2).

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