Interview mit Bettina von Arnim: Was bedeutet Heimat für Sie?

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Was bedeutet Heimat für Sie?

Ein fiktives Interview mit Bettina von Arnim

Von Jean 

Frau von Armin, gehe ich zu Recht davon aus, dass das Gedicht ,,Auf diesem Hügeln übersehe ich meine Welt” eine gewisse Parallele zwischen Ihrem persönlichen und Ihrem politischen Schicksal zieht?

Inwiefern?

Nun, Sie verbinden darin Ihren Blick auf eine aus Ihrer Sicht karge Heimat mit dem Verlust Ihres Mannes der Zitat: ,,der alleine Ihre Welt umgrenzte”?

Das haben Sie richtig beobachtet. Wie Ihnen bestimmt bei Ihren Recherchen aufgefallen ist, bin ich auch erst nach seinem Tod öffentlich in Erscheinung getreten.
Insofern könnte man sagen, dass sein Tod einen gewaltigen Einfluss auf mein weiteres Leben hatte sowohl politisch auch als literarisch.
Man könnte auch sagen, die Grenzen meiner Welt sind verschoben worden und was ich fortan vorfand gefiel mir selten. Das ist, was ich mit meinen Gedicht zum Ausdruck bringen wollte.

Führte dieses Missfallen für diese Welt um Sie herum auch zu Ihrem verstärkten sozialen und politischen Engagement?

Natürlich besteht da ein Zusammenhang, denn niemand wird politisch aktiv, wenn ihm alles um ihn herum gefällt. Gerade zu meiner Schaffenszeit war man gerade als alleinstehende Frau geradezu isoliert.

Ist es möglich, dass Sie das mit dem Berg, von dem aus Sie im Gedicht ja ziemlich isoliert die Welt betrachten, beschreiben?

Ja, das kann man durchaus so deuten.

Hat der im Gedicht beschriebener Hügel noch eine andere Bedeutung?

In der Tat, der Hügel hat mehrere Bedeutungen. Zum einen meine bereits angesprochene Isolation und zum anderen steht er für meine Schwierigkeiten in meinem Leben.

Haben Sie das im Gedicht vorkommende Tal als Gegensatz verwendet?

Ja, dies kann man als Gegensatz verwenden. Sie haben also Recht damit, dass ich damit die Höhe und Tiefen meines Lebens beschreiben möchte.

Sehen Sie das im Gedicht beschriebene weiße Haus als Ihre Heimat und als Ort der Ruhe an oder als Sinnbild für Ihr neues Leben, welches sie verabscheuen?

Man könnte das weiße Haus als mein Zuhause beschreiben, als ein goldenen Käfig, der zwar Ruhe in sich birgt und friedlich wirkt aber letztendlich ein Ort ist aus dem ich ausbrechen versuche.

Also haben Sie letztendlich mit Ihrem Gedicht auf sowohl Ihre Situation als auch auf Ihren kritischen Blick auf die Gesellschaft aufmerksam machen wollen.

Ja, das war meine Absicht und wenn man so viele Jahre nach der Veröffentlichung dieses Gedicht immer noch so kontrovers diskutiert, könnte man annehmen, dass ich damit Erfolg gehabt habe.

Das war alles, danke für Ihre Zeit.

Bitte

 

Jean Michel Polak

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